Hessentaghomepage 2004

Aktuelle Berichte auf dem Hessentag 2004

Keine Angst vor großer Pose

So sieht wahre Leidenschaft aus: Christian Körner und seine Bandkollegen lieferten eine überzeugende und energiegeladene Bühnenshow.

Es beginnt etwas unvermittelt: Mit überraschend starker Stimme singt Frontfrau Christine Römer „Take Me With You“, während die Gäste im hell erleuchteten Bierzelt noch keine rechte Begeisterung aufbringen können. Erst als das Licht in der Mitte des Songs ausgeht und die Sängerin ihr Jacket auszieht, richtet sich die Aufmerksamkeit auf das Bühnengeschehen. Der Aufforderung des zweiten Songs „Dance On Your Sorrows“ kommen vier mutige Fans nach, die auf der leeren Tanzfläche eine kleine Pogo-Arena einrichten. Das Publikum wächst langsam, aber stetig, und die Band lässt sich von den wenigen Zuschauern sowieso nicht beirren.

Eigenkompositionen wie „Maiden’s bad sister“ oder das einzig wirklich funkige Stück der ansonsten sehr rockigen Band, „When The Hamsters Rule The Wheel“, spielen die Vier souverän und mit viel Begeisterung. Zu einem charmanten Soundtrack-Medley (Ghostbusters, A-Team und James Bond – das versprochene Bier für’s richtige Erraten konnte man sich nachher bei der Band abholen) gibt Gitarrist Christian Körner überzeugend ekstatisch einen hessischen Hendrix. Bei „Mess-Edge“ kokettieren die jungen Gießener mit Größen wie den Red Hot Chili Peppers und Rage against the Machine. Bassist Nico Neufeld kommt aus dem Slappen gar nicht mehr heraus. Der Applaus wird trotz mäßiger Besucherzahlen stets lauter, selbst leichte Dynamikprobleme bei den ruhigeren Stücken verzeiht das Publikum den vier sympathischen jung-Musikern.

Leider ist nach einer Stunde und zehn Liedern schon wieder Schluss. Ohne Zugabe muss Scarlet Fire das Feld für die nachfolgende Bundeswehr-Disco räumen. Schade, denn der Auftritt hat Lust auf mehr gemacht. Termine und weitere Infos zur Band gibt’s auf deren Website unter www.scarletfire.de. Bleibt zu hoffen, dass die vier Gießener demnächst wieder in die Gegend kommen. Dann hoffentlich mit mehr Publikum..

Text: David Mohr, Foto: Valerie Ponell

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